BIQ - nachhaltig wohnen

Bioreaktorfassaden: Leben auf kleinem CO2-Fuß

Die Aussichten, mithilfe der Bioreaktorfassade CO2 zu speichern und über die von ihr produzierte Algen-Biomasse erneuerbare Energie herzustellen, erscheint futuristisch. Und gleichzeitig – angesichts der dringenden Notwendigkeit, die CO2-Emission im Gebäudebereich erheblich zu reduzieren – genial. BIQ macht es vor – künftig können auch weitere Anwendungsfelder erschlossen werden. 

Großes Potenzial

Insbesondere großflächige Gebäudetypen wie etwa Industriebauten und Gewerbehallen eignen sich dazu, das bei Herstellungsprozessen entstehende CO2 abzubauen. Ebenso können die Gebäudefassaden der öffentlichen Infrastruktur (Flughäfen, Bahnhöfe), gewerblich genutzter Immobilien, Hochhausfassaden oder auch Wohngebäude zu „lebenden“ Energiespendern umfunktioniert werden.

Flachdächer, aber auch südlich ausgerichtete Fassaden bieten hierfür ideale Bedingungen. Und das Beste: Nicht nur bei Neubauten kann die Bioreaktorfassade zur regenerativen Energiegewinnung eingesetzt werden und zugleich zur CO2- Minimierung beitragen. Sinnvoll ist ihr Einsatz auch bei der Modernisierung bestehender Gebäude, die dadurch zusätzlich eine gestalterische Aufwertung erfahren. 

Blick nach vorn

Für den Wohnungsbau bietet die Technologie die Chance, Plusenergiehäuser zu realisieren. Erfolgsversprechend ist auch die Einspeisung des zur Algenzucht benötigten Rauchgases CO2 über die Koppelung an ein Siedlungs-Blockheizkraftwerk (BHKW).

Gemeinsam mit der Photovoltaik-Technologie könnte dieses System solarthermische Absorber für den Wohnungsbau zukünftig am Markt ablösen.

Grünes Image für Unternehmen

Im Bereich kommerziell genutzter Immobilien ließen sich die Bioreaktor-Elemente als Kaltfassade zur Energiegewinnung verwenden, beispielsweise als Brüstungsplatten oder als Sonnenschutzmarkisen. Die gewonnene Wärme kann dann über Kältepumpen zur Klimatisierung/Lüftung der Büroflächen beitragen. Auf diese Weise können Unternehmen einen eigenen Beitrag dazu leisten, den CO2-Ausstoß zu verringern und so aktiv und sichtbar zum Umwelt- und Klimaschutz beitragen. 

Denn: Die Produktionsrate der Algen und damit die Aufnahme von CO2 ist am Grünton der Fassade ersichtlich. Dieser durch die Fassade nachweisbare Abbau von CO2 stellt innerhalb der Wertschöpfungskette von Industriebetrieben eine zukünftig nicht zu unterschätzende Rolle dar.