BIQ - nachhaltig wohnen

Grundsteinlegung - der erste Stein für einen Meilenstein

Natürlich, effizient, einzigartig. BIQ ist das zweite gemeinsame Projekt von Otto Wulff Bauunternehmung und IBA Hamburg.

In Hamburg Wilhelmsburg entsteht mit BIQ derzeit das erste Gebäude weltweit, das über eine energiespendende Algenfassade einen Teil des eigenen Energiebedarfs deckt. BIQ ist bereits das zweite Projekt, das die Otto Wulff Bauunternehmung im Rahmen der Internationalen Bauausstellung IBA Hamburg realisiert. Das zukunftsweisende Bio-Passivhaus mit insgesamt 15 Wohneinheiten soll bis März 2013 fertiggestellt werden.


 „BIQ ist eine Wortkreuzung und steht für Bio-Intelligenzquotient“, erklärt Stefan Wulff, Investor und Geschäftsführer der Otto Wulff Bauunternehmung, den außergewöhnlichen Namen für das ebenso außergewöhnliche Gebäude. Das besondere Merkmal von BIQ ist die energiespendende Fassade aus sogenannten Photobiokollektoren. An der der Sonne zugewandten Gebäudeseite werden plattenförmige Glascontainer angebracht, in deren Inneren Mikroalgen kultiviert werden. Unter Sonneneinstrahlung und der Zufuhr von CO2 und flüssigen Nährstoffen produzieren die winzigen Kleinstpflanzen Biomasse und Wärme. Während die Biomasse im BIQ geerntet und dann in einer externen Biogasanlage zu Methangas verwertet wird, kann die gewonnene Wärme direkt im Haus genutzt oder in der Erde zwischengespeichert werden.


„Neue Wege der Energiegewinnung“
„Mit der BIQ-Bioreaktorfassade werden neue Wege der Energiegewinnung und der ästhetischen Gestaltung von Architektur im urbanen Bereich beschritten“, zeigt sich Dr. Martin Kerner, Geschäftsführer der Strategic Science Consult GmbH, die als Co-Investor fungiert, überzeugt. Selbstverständlich erfüllt die Algenfassade überdies alle Funktionen eines konventionellen Gebäudekleids: Neben der Energiegewinnung dient die lebende Biohaut gleichzeitig als Schall- und Sonnenschutz und übernimmt isolierende Funktionen.


Clevere Kombination regenerativer Energien
„Ressourcenschonend und nachhaltig zu bauen stellt Bauschaffende und Investoren vor neue Herausforderungen“, so Stefan Wulff. „Diesen können wir nur durch enge Zusammenarbeit gerecht werden können. BIQ lässt ahnen, wohin uns der Weg führen wird.“ Das ganzheitliche Energiekonzept des innovativen Projekts kombiniert Solarthermie, Geothermie, Fernwärme und die Energiegewinnung durch die Bioreaktorfassade zu einem Kreislauf. Wichtig: Sämtliche benötigte Energie zur Erzeugung von Strom und Wärme entsteht aus regenerativen Quellen. Fossile Brennstoffe sind nicht im Spiel.


Wohnen on Demand
„Als modernes Bauunternehmen gehört es ebenfalls zu unseren Hauptaufgaben, zukunftsfähige Wohnkonzepte zu realisieren“, so Stefan Wulff weiter. „Die Lebensbedingungen ändern sich und zeitgemäße Wohnungen passen sich den Wünschen ihrer Nutzer an.“ Zwei der insgesamt 15 Wohneinheiten im BIQ geben daher mit dem Konzept schaltbarer Wohnungen einen beeindruckenden Ausblick auf das Leben von morgen. Räume schließen hier nicht wie gewohnt aneinander an, sondern Funktionen lassen sich nach Bedarf zu- oder wegschalten. „Nach dem Prinzip von Einbaumöbeln können in den zwei – zugegeben experimentellen – BIQ-Modellwohnungen verschiedene Raumfunktionen zu einer neutralen Zone zugefügt werden. Ob Bad, Küche oder Wohnzimmer – Räume lassen sich sozusagen auf Knopfdruck gestalten“, so Wulff über die Zukunft des Wohnens. Neben diesen zwei architektonischen Highlights entstehen im BIQ 13 weitere Mietwohnungen in der Größe von 50 bis 120 Quadratmetern. Vor allem für Familien und Paare, die offen für Neues sind und gleichzeitig mit der eigenen Wohnentscheidung zu Umwelt- und Klimaschutz beitragen möchten, bietet BIQ ab März 2013 innovativen Wohnraum.


Zweites gemeinsames Projekt von IBA und Otto Wulff Bauunternehmung
Nach dem Hybrid House Hamburg – seit Herbst 2011 Sitz der Internationalen Gartenschau (igs) 2013 – ist BIQ das zweite Projekt, mit dem die Otto Wulff Bauunternehmung zur Gestaltung von Wilhelmsburgs neuer Mitte beiträgt. „Wir waren von Beginn an von dem Potenzial des Standorts überzeugt. Die gute Zusammenarbeit mit der IBA und die Begeisterung der Menschen in Hamburg für innovative Bauprojekte hat uns schließlich überzeugt, uns mit BIQ einen weiteren Schritt in Richtung Zukunft zu wagen“, so Stefan Wulff.
BIQ entsteht nach der Idee des Grazer Architekturbüros Splitterwerk, das sich mit seinem Entwurf 2009 im IBA-Wettbewerb Smart Materials durchsetzen konnte. Seit Anfang 2012 können Interessierte dem Algenhaus beim Wachsen zusehen.